Kondome schützen...


Etwas überspitzt ausgedrückt, weiß heute - im Zeitalter von AIDS und Safer Sex - jedes Kind, dass Kondome schützen. Und zwar nicht nur vor ungewollter Schwangerschaft (siehe oben), sondern auch vor ebenfalls ungewollten Infektionen. Allerdings sind Präservative keine Wundermittel. Daher gilt es, neben der Verwendung von Gummis auch noch anderes zu beachten.

... sie können nicht alle Risikofaktoren ausschließen

Werden zum Beispiel vor dem Geschlechtsverkehr Vulva oder Anus mit den Fingern stimuliert, kann es dabei zur Übertragung spezieller Krankheitserreger kommen, auch, wenn danach bei der Penetration ein Kondom zum Einsatz kommt. Zu den Krankheitserregern, deren Übertragung durch den Gebrauch von Kondomen nicht hundertprozentig verhindert werden kann, gehört z.B. das hochinfektiöse Humane Papilloma Virus (HPV), dem Verursacher von Feigwarzen (Kondylomen).

Die Ergebnisse einer US-amerikanischen, multizentrischen Studie an Männern, die Sex mit Männern haben, (MSM) zeigten, dass Gummigebrauch nicht vor der Übertragung von HPV und damit auch nicht vor dem Auftreten von Feigwarzen - zu dem es bei 10% der Studienteilnehmer innerhalb von 5 Jahren kam - schützt. Signifikanten Einfluss auf das Risiko, sich Feigwarzen "zu holen", hatte einerseits die Tatsache früher schon einmal welche gehabt zu haben (Risiko 2,4-fach erhöht) und andererseits die Anzahl der Sexualpartner, mit denen rezeptiver Analverkehr praktiziert wurde. Bei jenen MSM, die in den 5 Jahren mehr als 6 solcher Partner hatten, war das Feigwarzen-Risiko 3,9 mal höher als bei jenen, die mit einem Partner rezeptiven Analverkehr hatten.

Die Hauptaussagen ihrer Arbeit lauten nach Meinung der Autoren:

► Das Risiko Feigwarzen zu bekommen steigt, wenn man bereits einmal infiziert war.

► Je geringer die Zahl der Sexualpartner desto niedriger das Infektionsrisiko.

Tipp:

Dildos und andere Sexspielzeuge sollten entweder nur für eine Person oder andernfalls mit Kondomen verwendet werden. Also mehrere Gummis über den Dildo streifen und bei jedem Personenwechsel eines abstreifen.

Noch ein Tipp:

Broschüren zum Thema sexuell übertragbare Krankheiten, Hepatitis, HIV-positiver Sex und Safer Sex etc. erhalten Sie bei den AIDS-Hilfen Österreichs oder ihrer lokalen AIDS-Hilfe.

Bestellungen sind über die Websiten http://www.aidshilfen.at, und http://www.aids.at möglich.

Wiley DJ et al.: "How condom use, number of receptive anal intercourse partners and history of external genital warts predict risk for external anal warts"; Int J STD AIDS. 2005; 16 (3): 203-11

Medieninhaber: Die AIDS Hilfen Österreichs, Mariahilfer Gürtel 4, 1060 Wien
(C) Die AIDS-Hilfen Österreichs, 2005
Text: Dr. Sigrid Ofner, Med. Info. / Doku. der AIDS-Hilfen Österreichs

Letzte Änderung am Freitag, 9. Oktober 2015 um 13:18:02 Uhr.

(C) 2013 für alle Seiten dieser Website bei H. Pfister & H. Hoffmann, Frankfurt am Main. Alle Rechte vorbehalten, Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung!