Nucleotide-Analoge-Reverse-Transkriptase Hemmer (NtRTIs) & Kombinationspräparate
Tenofovir, Viread ™ Namen: Tenofovir, Viread ™
Einnahme-Tipps: Einnahme mit Nahrung zur Erhöhung der Aufnahme ins Blut empfohlen. Falls Sie auch ddI einnehmen, wird die Einnahme von Tenofovir zusammen mit ddI (Dosisanpassung für ddI erforderlich!) empfohlen.
Häufige Nebenwirkungen: Durchfall, Übelkeit
Seltene Nebenwirkungen: Über Langzeit Nebenwirkungen von Tenofovir ist bis jetzt noch nichts bekannt
Resistenz: Eine Resistenz auf Tenofovir kann eine Resistenz auf ddI und ddC hervorrufen
Häufigste Interaktionen: Tenofovir erhöht den Blutspiegel von ddI
Truvada™ Namen: Emtricitabin (FTC)/Tenofovir DF (TDF), Truvada™
Dosierung: Die empfohlene Dosis ist eine Tablette TRUVADA™ einmal pro Tag unabhängig von den Mahlzeiten. Eine Filmtablette enthält 300 mg Tenofovir Disoproxilfumarat – das entspricht 245 mg Tenofovir Disoproxil und 200 mg Emtricitabin. Bei Nierenfunktionsstörungen sollte das Einnahmeintervall gegebenenfalls angepasst oder auf die Einzelprodukte (Viread® und Emtriva™) umgestellt werden.
Kinder: Nicht zugelassen
Einnahme-Hinweise: Einnahme mit oder ohne Nahrungsaufnahme.
Häufige Nebenwirkungen: Da es sich bei TRUVADA™ um ein Kombinationspräparat handelt, sind die Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen zu betrachten. Sehr häufig kommt es zu Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Schwindelgefühl, Hautausschlag und verringerten Phosphatwerten im Blut. Weiterhin können erhöhte Kreatinkinase-Werte im Blut auftreten. Häufig können Blähungen, Schwäche, Husten und Hautverfärbungen an Hand- und Fußsohlen vorkommen. Zusätzliche Nebenwirkungen, die seit der Markteinführung der beiden Arzneimittel gemeldet wurden, sind unter anderem Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Kurzatmigkeit, Überschuss an Milchsäure im Blut und Störungen der Nierenfunktion einschließlich Nierenversagen.
Resistenz: Emtricitabin selektiert in vivo und in vitro die Mutation M184V. Daraus resultiert eine Kreuzresistenz gegenüber Lamivudin (3TC, Epivir®). M184V verbessert jedoch die Empfindlichkeit von HIV gegenüber Tenofovir DF und den Thymidinanaloga AZT und d4T. Tenofovir DF selektiert in vivo und in vitro die Mutation K65R. Diese Mutation wird auch durch ddI, Abacavir und (selten) d4T selektiert. K65R kann die Empfindlichkeit gegenüber TDF, 3TC, FTC, ABC und ddI vermindern. Ob und wie ausgeprägt eine Resistenz ist, hängt auch von den anderen Mutationen im Bereich der Reversen Transkriptase ab.
Häufigste Interaktionen: Da es sich bei TRUVADA™ um ein Kombinationspräparat handelt, sollte man unbedingt die Wechselwirkungen der einzelnen Substanzen beachten. Eine Wechselwirkung wurde zwischen Tenofovir DF (Viread®)und Didanosin (Videx® EC) beobachtet.
Die Konzentration von Didanosin wird durch die Einnahme von Tenofovir DF erhöht, daher sollte die Dosis von Didanosin in dieser Kombination reduziert werden. Beide Medikamente können zusammen eingenommen werden.
Wird Tenofovir DF gemeinsam mit Atazanavir (Reyataz®) eingesetzt, empfiehlt es sich, wie nach europäischer Zulassung vorgeschrieben, Atazanavir zu „boostern“, d.h. mit Ritonavir (Norvir®)zu verstärken. TDF zeigt keine klinisch relevanten Interaktionen mit Abacavir, FTC, 3TC, d4T, Efavirenz, Nelfinavir, Lopinavir, Saquinavir, oralen Kontrazeptiva, Methadon, Rifampicin, Ribavirin oder Adefovir.
Achtung, die o. g. Informationen ersetzen NICHT das persönliche Gespräch mit einem auf HIV spezialisierten Arzt! Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt! Adressen von HIV-Schwerpunktpraxen finden Sie hier. |