Beipackzettel verstehen


Die Angst vor Nebenwirkungen wird durch die Lektüre des "Beipackzettels" oft verstärkt.

Aus versicherungsrechtlichen Gründen müssen hier alle möglichen unerwünschten Wirkungen aufgeführt sein. Häufig finden sich auch solche Nebenwirkungen, die nur bei besonders gefährdeten Patienten auftreten und für den größten Teil der Bevölkerung nicht relevant sind.

Folgende Klassifizierung wurde für die Nebenwirkungen festgelegt:

Selbst wenn im Beipackzettel von "häufig auftretenden" Nebenwirkungen die Rede ist, bedeutet das lediglich ein Risiko von mehr als 10 Prozent. Der Ausdruck "gelegentlich" wird für unerwünschte Wirkungen verwendet, die bei 1-10 Prozent der Patienten auftreten können, "selten" bedeutet in weniger als 1 Prozent der Fälle treten Nebenwirkungen auf. Selbst Nebenwirkungen die "in Einzelfällen", und das kann heißen bei einem von 10.000 oder auch bei einem von 100.000.000 Patienten aufgetreten sind, müssen im Beipackzettel erwähnt werden.

Beipackzettel richtig verstehen

Wer aus Angst vor Nebenwirkungen mit sich ringt, ob er das Medikament tatsächlich einnehmen soll oder nicht, sollte einmal versuchen, das Pferd von hinten aufzuzäumen:

"Gelegentlich (=1-10%) auftretende Allergien" heißt nichts anderes, als dass es in 90-99 Prozent der Fälle zu keiner allergischen Reaktion kommt. Mathematisch ist das exakt das gleiche Risiko - für die Emotionen kann es aber ein großer Unterschied sein. Das zumindest haben Testversuche gezeigt.

Sehen Sie sich als Beispiel auch mal den "Beipackzettel" für Schokolade an...

Quelle: Östereichische Apothekerkammer


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Letzte Änderung am Freitag, 9. Oktober 2015 um 13:17:41 Uhr.

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