HIV & Einstellungsgespräch

Einstellungsgespräch - Unzulässige Fragen des Arbeitgebers

Das Fragerecht des Arbeitgebers bei der Einstellung und in Vorstellungsgesprächen ist nicht unbegrenzt. Es muss insbesondere vermieden werden, daß der “gläserne Arbeitnehmer” hergestellt wird. Der Arbeitgeber muss alle Fragen unterlassen, die nicht im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis stehen und für die Erbringung der Arbeitsleistung nicht von Bedeutung sind.

Der Fall:

Arbeitgeber Hans Müller will nur einwandfreie und fleißige, Arbeitnehmer einstellen. Deshalb verlangt er von dem Bewerber Peter Schmidt, daß er sich “auszieht”. Bei Frauen fragt Hans Müller nach einer bestehenden Schwangerschaft, Männer nach der HIV-Infektion.

Peter Schmidt wird ganz komisch zumute. Er mimt einen Schwächeanfall, zieht sich zurück und fragt auf der Toilette leise den Betriebsrat, ob denn das zulässig sei. Auch der Betriebsrat Peter Weber ist sprachlos. Doch auch er weiß keine Antwort. Was darf Hans Müller nun fragen?

Die Lösung:

Fragen nach Krankheiten des Bewerbers und nach dem Gesundheitszustand sind nur zulässig, soweit durch Krankheiten die Arbeitsfähigkeit des Bewerbers stark beeinträchtigt ist. Fragen sind auch zulässig, soweit der Arbeitnehmer ansteckende und andere Kollegen gefährdende Krankheiten aufweist.

Die Frage nach einer HIV-Ansteckung ist generell nicht zulässig. Sie könnte ausnahmsweise im Bereich des Gesundheitswesens oder in der Lebensmittelverarbeitung zulässig sein, falls Mitarbeiter Patienten- und Blutkontakt haben könnten.
Der Arbeitgeber darf insbesondere nicht nach kleineren früheren Erkrankungen, nach Kinderkrankheiten, etc. fragen.

Letzte Änderung am Freitag, 9. Oktober 2015 um 13:17:57 Uhr.

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